saved, modified, collectable books, 2021
faster, HARDER!, 2021
from memory II, 2020
fight, 2020
construction “prolog”, 2019
construction “exposed”, 2019
porch, 2019
shelf, 2019
wall carpet, 2018
static motion, 2018
overlay I, 2017
overlay II, 2017
overlay III, 2017
overlay IIII, 2017
in between, 2017

“Neue Notiz,
In diesem Raum befinden sich vier Arbeiten. Die erste Arbeit war genau geradeaus, an einer freistehenden Wand. Zu sehen ist hier eine schwarz-weiß Fotografie. Fotografie ist eventuell nicht ganz richtig, es ist eher ein Druck, der wiederholt dasselbe, hochformatige Motiv darstellt. Dieses zeigt im Hintergrund ein Gebäude vor welchem, relativ weit oben eine fallende Person zu sehen ist. Das Motiv ist gestaffelt, neben- und übereinander gedruckt. In der oberen Reihe ist es fünf Mal nebeneinander, allerdings variieren hier die Abstände und lassen ungleiche Lücken. Die drei Reihen darunter sind relativ homogen in der Anordnung, jedoch sind hier jeweils sechs Motive. In der nächsten Reihe, zweite von unten, sind auch wieder sechs Motive doch dieses Mal unterscheiden sie sich in der Höhe.
Auch doppelt es sich hier, sodass es aussieht als ob die gleichen Motive übereinander gedruckt wurden. Wenn man genauer hinschaut ist es auch in der Reihe darüber schon leicht so. Die unterste Reihe ist wieder regelmäßig. Das Bild hat den Titel “Suicide Woman”, von Andy Warhol. Es ist in relation zu mir riesig, auf dem Schild steht es sei drei Meter vierzehn hoch und zwei Meter zwölf breit. In dem Werk fallen also beim schnellen zählen insgesamt sechsunddreißig weiß gekleidete Frauen ihrem Tod entgegen. Hier wird also eine scheinbar unausweichliche Situation festgehalten. Wobei man dies eigentlich nicht so genau sagen kann, da man den unteren teil des Gebäudes nicht sieht. Somit kann man nicht wissen, ob dort nicht eventuell eine Rettungsvorrichtung installiert ist, oder es sich vielleicht um eine gestellte Situation wie zum Beispiel In einem Film-set handelt. Die zweite Arbeit. Vor dem Eingang links, befindet sich ein Werk von Damien Hirst, mit dem Titel “A Thousand Years”.
Die Arbeit besteht aus einem großen rechteckigen Glaskasten. Das Glas scheint nur außen zu sein und zeigt an allen Ecken entlang eine schwarze tragende Konstruktion, dem Anschein nach aus Metall. In der Mitte wird der Kasten durch eine weitere Glasscheibe unterteilt. So entstehen optisch zwei Würfel in einem. In einem dieser Würfel liegt auf dem Boden ein abgetrennter, verwesender Kuhkopf in einer Blutlache. Es roch vor der Arbeit nach Verwesung. Über dem Kopf ist ein, mit Strom betriebener Insektenvernichter angebracht. Pausenlos ertönte ein brutzelndes Geräusch von einem Stromschlag, denn es flogen die ganze Zeit Fliegen gegen die Apparatur. Die Fliegen waren überall in den Würfeln. Lebendige Fliegen schwirrten in beiden Würfeln umher, tote lagen um den Kuhkopf herum verteilt. Im andern Würfel steht ein weißer Kasten, er hat an jeder Seite eine Öffnung. Dem Anschein nach ist es eine Art Inkubator, denn hier kommen die ganzen Fliegen her. Vermutlich angelockt vom Verwesungsgeruch, flogen sie durch Öffnungen in der mittleren Scheibe hin zu dem Kuhkopf und der Tötungsmaschine. Die Fliegen befinden sich also in einem permanenten Vorgang in dem sie entstehen, zu ihrer Nahrung wollen und umgehend getötet werden. Gegenüber, an der rechten Wand, hängt ein großes Gemälde.
Es zeigt mehrere Personen, zwei weibliche und eine liegende männliche. Eine der Frauen, die jüngere, schneidet mit einer Art Krummschwert dem liegenden Mann den Kopf ab. Die zweite Frau hält einen Sack vor sich, wahrscheinlich um den Kopf, sobald er vollends ab ist, in Empfang zu nehmen. Die Frau mit dem Schwert scheint das Abschneiden des Kopfes zu genießen, gleichzeitig scheint sie erregt zu sein, denn ihre Brustwarzen sind sehr explizit gemalt. Der Mann hingegen, guckt etwas ungläubig und sein Mund ist zu einem Schrei aufgerissen. Die andere Frau sieht etwas unbeteiligt und leicht gehässig aus. Die gesamte räumliche Situation des Bildes ist sehr vage gehalten. Der Hintergrund ist schwarz und es gibt keine wirklichen Konturen, nur ein grüner Vorhang gibt eine Idee von Raum. Der Mann liegt auf dem einzigen Möbelstück, ein Bett was, bei genauerem Betrachten, eigentlich nur aus Matratzen und Decken besteht. Der Mann krallt sich mit einer Hand, in eine dieser Decken fest. Sein Oberkörper ist nackt und er hat wohl bis zu seiner akut stattfindenden Enthauptung geschlafen. Seltsame Art geweckt zu werden. Das Bild spielt also auch mit einem Moment zwischen Leben und Tod, allerdings ist es hier kein Prozess wie bei der Arbeit gegenüber. Der Tod des Mannes scheint ebenso unausweichlich wie bei dem ersten Werk, doch wird auch er ihn niemals erreichen. Das Bild trägt den Titel Judith und Holofernes; gemalt von Caravaggio. Die letzte Arbeit im Raum, vor der ich jetzt stehe, befindet sich an der Rückseite der freistehenden Wand, hinter Warhol. Auf den ersten Blick, handelt es sich wohl um ein Bild, wahrscheinlich eine Fotografie. Sie ist im Vergleich zu den anderen Arbeiten eher klein. Das Bild hat einen braunen Holzrahmen. Neben dem Bild hängt ein Kopfhörer, er wird wohl zur Arbeit gehören, doch jetzt grade wird er von einem anderen Betrachter genutzt. Das Motiv zeigt die räumliche Situation, in der sich das Warhol Bild befindet, allerdings scheint es nicht aktuell zu sein, denn es zeigt auf der Wand anstelle des Warhols, eine schwarze Fläche. Bei genauerem Betrachten, sieht es allerdings so aus, als sei es eine schwarze Pappe, die vor dem eigentlichen Motiv liegt. Durch das reflektierende Glas, spiegele ich mich in der Fläche selbst. So direkt, verstehe ich den Zusammenhang mit den anderen Arbeiten hier nicht. Womöglich geben die Kopfhörer eine Erklärung. Bei den vielen Leuten hier, muss ich wohl auf das Audioerlebnis der Arbeit In Between verzichten. Ich höre mir dieses Werk von Simon Tretter ein anderes Mal an. Notiz Ende”

Selbstbeschreibender Abfalleimer, 2016

“Simon Tretter „Selbstbeschreibender Abfalleimer“, 2016 Abfalleimer Metall, Tonaufnahme, MP3 Player, Lautsprecher. 60 x 25 x 25 cm Objektbeschreibung: Bei dem Objekt „selbstbeschreibender Abfalleimer“ handelt es sich um einen aus Metall gefertigten Abfalleimer inklusive Aschenbecher, welcher über einen integrierten Lautsprecher seine Selbstbeschreibung durch eine computergenerierte Stimme vorliest.”

handmade “edition of 9”, 2016